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17./26.01.2018 Hochhauslauf Magdeburg, Hallenmarathon Senftenberg

Ausnahmesportler testet neue Terrains

Nur vom Hörensagen ließ sich Bode-Runner Stefan Otto von der Gaensefurther Sportbewegung begeistern und meldete sich kurzentschlossen beim 20. Uni-Hochhauslauf im Magdeburger Campus-Tower an. Otto, der sich derzeit in Vorbereitung auf den 100 Kilometerlauf in Senftenberg befand, nahm an diesem Mittwochabend die 232 Stufen auf dem Nachhauseweg mal eben mit. Ohne besonderes Treppentraining vorher absolviert zu haben und ohne dem Equipment der Profis die im besagten Treppenhaus mehrmals in der Woche die Stufen rockten, machte Otto auf dem Weg bis hoch in die 15. Etage seine ganz eigenen Erfahrungen. „Was für ein geiler Scheiß!“ resümierte der Debütant am Ende zufrieden mit sich und seiner erklommenen Zeit von 76 Sekunden, die auch noch den 60 Meter langen Sprint bis hinein in das Treppenhaus mit einschlossen.

So gut trainiert, war Otto bereit den nächsten Wahnsinn von seiner endlosen Liste für das neue Wettkampfjahr anzugehen oder besser abzulaufen. Unter den Gaensefurthern gibt es schon einige Ultraläufer, doch ist noch niemand ganze 100 Kilometer am Stück gelaufen. Auch der ehemalige Fußballspieler Otto, der durch den SV Angern erst ab 2012 mit dem Lauffieber infiziert wurde, betrat damit Neuland. Allerdings beschränkte sich der Untergrund dabei auf eine 250 Meter lange Kunststoff-Laufbahn. Die 100 Kilometer waren in der Senftenberger Niederlausitzhalle zu absolvieren, womit in 250-Meter-Runden also ganze 400 Umrundungen von Nöten waren! Das muss man erstmal sacken lassen, wird doch ein 10.000 Meter Lauf im Stadion in der Regel schon als grenzwertiges Rundendrehen eingestuft. Den Hallenrekord über die 100 Kilometerdistanz stellte 2017 Benjamin Brade (Berlin) mit 07:56:24 Stunden auf, was gleichzeitig neuer Deutscher Hallenrekord in der Altersklasse M35 bedeutete. Dreizehn Stunden waren als Zeitlimit gesetzt, als die 30 unersättlichen Teilnehmer am Freitag um 11:00 Uhr auf die allererste Umrundung gingen. Auf dem weichen Sprintanbelag mit der überhöhten Kurvenführung hatte sich Otto zehn Stunden als Zielzeit gesetzt. Leichtfüßig und scheinbar unbeeindruckt von der immer wiederkehrenden Kulisse spulte er Kilometer für Kilometer ab. In gleichmäßigen Rundenzeiten waren die ersten 100 Runden nach zwei Stunden absolviert und bald verfolgte der Youngster den führenden Bernhard Munz (Altersklasse M55). Zur Halbzeit nach 03:55:08 Stunden und 200 absolvierten Runden übernahm der Bode-Runner sogar die Gesamtführung und baute diese im Rennverlauf sogar bis auf 13 Runden Vorsprung aus. Das Leid auf der Bahn nahm Otto kaum wahr. Erschien der Beginn ganz leicht, wurden ab Kilometer 70 aber auch bei ihm die Beine langsam schwer. Otto erinnerte sich: „Ab da hieß es dann den Kopf auszuschalten und einfach irgendwie konstant weiter zu laufen.“ In den Steilkurven mokierte das Knie langsam seine Daseinsberechtigung, worauf der Führende sich immer öfter einreihte und nur auf den gerade Strecken zu weiteren Überholmanövern ansetzte. Das ließ seinen Vorsprung auf elf Runden schrumpfen, Zeit die sich der Läufer einfach gönnte. Auf der Suche nach Abwechslung war bald alles egal, bis im Tunnel irgendwann das Ziel zum Greifen nahe war. Endlich erschien die erlösende magische 399. Runde auf der Anzeigentafel und die letzte Runde wurde für den Gaensefurther eingeläutet! Otto verspürte nur noch Erleichterung, es endlich geschafft zu haben. Die riesige Glückswelle über die erreichte Zeit, den Gesamtsieg unter allen Teilnehmern und die unzähligen Gratulationen über alle Netzwerke aus der großen Lauffamilie, werden den Finisher sicher noch eine Weile tragen.

Autorin: Sabine Börner

Fotos: privat




Letzte Änderung: 04.02.2018
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