22.05.2026: 8. Salzland-Lauf
Lauf-Fieber ebbt nicht ab
Der letztmalig von Familie Börner organisierte 8. Staßfurter Salzland-Lauf pulverisiert mit 1316 Finishern den Rekord aus dem Jahr 2024. Die Hecklingerin Lina Epperlein rennt allen davon.
Sie war die mit Abstand schnellste Frau über die zehn Kilometer des Stadtwerke-Laufs und lag mit 38:29,8 Minuten auch nur knapp hinter den flottesten Männern: Lina Epperlein von der Gaensefurther Sportbewegung stellte über die Königsdistanz beim diesjährigen 8. Staßfurt Salzland-Lauf einmal mehr ihr unfassbares Tempo unter Beweis. „Sie holt gerade alles, was es im Umkreis zu holen gibt“, staunte auch Organisatorin Sabine Börner einmal mehr nicht schlecht. Zuletzt gewann die Hecklingerin bereits den Oberelbe Halbmarathon in Dresden sowie den Marathon in Hannover, wodurch sie Deutsche Meisterin der U23 wurde. Nun also der Sieg beim „heimischen“ Salzland-Lauf. Es sieht ganz danach aus, dass die Gaensefurther Sportbewegung nach Juliane Meyer und Stefan Otto, der bis heute Vereinsmitglied ist, das nächste große Lauftalent in seinen Reihen hat.
Und wer weiß, möglicherweise war das nächste am vergangenen Freitag ebenfalls bereits dabei. Immerhin liefen ganze 1316 Läuferinnen und Läufer aller Altersklassen über die Ziellinie vor der Salzland- Sporthalle. Damit wurde der Rekord aus dem Jahr 2024 (1037) förmlich pulverisiert. Angemeldet hatten sich ursprünglich sogar 1500, damit „war die Veranstaltung vollständig ausgebucht und damit so groß wie nie zuvor“, freute sich Börner.
Für sie und ihren Mann Jens- Uwe Börner, der wie jedes Jahr als „rasender Fotograf“ selbst auf der Laufstrecke aktiv war, war es das letzte Jahr als Chef des Orga-Teams. Sie gaben den Staffelstab an Vereinskollegin Anja Kroner weiter und wurden am Freitagabend offiziell verabschiedet. „Wir sind jetzt beide über 60 Jahre alt, da wird es Zeit für frischen Wind“, erklärt Sabine Börner. Ob Jens-Uwe sich allerdings tatsächlich komplett aus der Organisation herausnehmen kann, weiß sie nicht. „Ich glaube, das kann und will er gar nicht“, schmunzelt sie. Klar ist aber: Sohn Florian, der am Mikrofon wieder souverän durch das Programm führte, wird auch im kommenden Jahr mit dabei sein.
Das ist aktuell aber noch Zukunftsmusik. 2026, dem zweiten Jahr, in dem der Salzland-Lauf durch die Staßfurter „Horst“ statt die Innenstadt führt, wurde noch einmal an ein, zwei Stellschrauben gedreht. Die Läufe wurden alle entzerrt, beispielsweise beim Stadt- Pokal-Lauf der Grundschulen, in dem die Jungen und Mädchen getrennt nacheinander starteten. „Wir hatten am Vorabend noch überlegt, ob wir die Starter sogar in vier Wellen aufteilen, aber das wäre zeitlich zu knapp geworden, die aufgeregten Kids nach der Erwärmung binnen weniger Minuten in vier Gruppen aufzuteilen“, erklärte Börner.
Stattdessen gingen also die Mädchen mit zwei Minuten „Verspätung“ auf die Jagd nach den Jungs – mit dem großen Ziel, diese noch einzuholen. „Unsere Streckenposten haben uns bestätigt, dass das die Läufe alle entspannt hat“, so Börner weiter. Denn nach dem gleichen Prinzip wurden später auch die Hobbyläufer in zwei Gruppen aufgeteilt und die Zehn- sowie Sechs-Kilometer-Läufer voneinander getrennt. „Das haben wir in diesem Jahr alles ein bisschen eleganter gelöst“, betonte die Organisatorin.
Einzig beim Kalinchenlauf starteten alle Youngster, trotz neuer Rekordzahl von 101 Starterinnen und Startern, gemeinsam. Obwohl es der Wettergott fast ein bisschen zu gut mit den Laufenthusiasten meinte, waren gerade die Kleinsten hochmotiviert, suchten von der Startlinie aus ihre Eltern und Verwandten am Streckenrand – und strahlten dann mit der Sonne um die Wette, hatten sie diese gefunden. Fast so sehr wie nach dem Zieldurchlauf und dem Abklatschen mit Florian Börner sowie Wobau-Biber Bodo, der einmal umrundet werden musste und anschließend die Lauftalente im Ziel beglückwünschte. Im Wettkampf um den Schul- Pokal setzte sich einmal mehr die Grundschüler aus Förderstedt durch. Ebenso traditionell ärgster Konkurrent war die Goethe-Grundschule aus Staßfurt. „Beide liefern sich seit Jahren ein kleines Privatduell“, hat auch Sabine Börner beobachtet. Bronze ging an die Grundschule „Ludwig-Uhland“ Staßfurt.
Positiv war der Blick auf die Teilnehmerzahlen beim Hobby-Lauf. Zwar sank die Gesamtzahl leicht, was sicherlich mit dem neu eingeführten Startgeld von drei Euro zusammenhing. Das spiegelte sich allerdings vor allem in der Familienwertung wider. In der Firmen- und Schulwertung stieg die Teilnehmerzahl unterdessen. „Der Firmenlauf wird weiter sehr gut angenommen und scheinbar auch als eine Art Teambuilding-Maßnahme genutzt“, lacht Börner. Die kleine Teilnehmer- Flaute bei den Unternehmen aus dem Vorjahr wurde 2026 auf jeden Fall wieder deutlich nach oben korrigiert.
Den krönenden Abschluss bildeten der Zehn-Kilometer-Stadtwerke- Lauf, dessen Teilnehmer in diesem Jahr als erstes auf Reisen gingen und der Sechs-Kilometer-wobau- Lauf. Während Epperlein über den langen Kanten die schnellste Frau war, siegte Kay Kutter (Kali Wolmirstedt) bei den Männern. Über sechs Kilometer holten sich Viktoria Fleischer (Aktiv Leben e.V.) und Paul Weinmann (LTV Genthin) Rang eins.
Quelle: Volksstimme vom 27.05.2026
Fotos: Tobias Zschäpe, Volksstimme



