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01.07.2018: Challenge Roth

Stefanie ist unsere Ironwoman

Unglaubliche Leistung von Stefanie Nowak von den Triathleten der Gaensefurther Sportbewegung! Am 1. Juli finishte sie erfolgreich die Challenge in Roth. Die akkurate Vorbereitung ließen diesen Wettkampf für sie zum Erlebnis werden. Nach 11:39 Stunden überquerte Stefanie die Ziellinie und erkämpfte in der Altersklasse 50 den 7. Platz.

Herzlichen Glückwunsch und Respekt Stefanie von allen im Team !

Autorin: Annegret Wille

Stefanie Nowak mit Super-Leistung

Für die Triathletin von der Gaensefurther Sportbewegung stand am vergangenen Sonntag ein besonderes Ereignis an. Stefanie Nowak war bei der prestigeträchtigen Challenge in Roth am Start. Bei dem traditionellen Triathlon im bayrischen Roth erzielte Nowak unter über 3000 Startern aus 70 Nationen über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen eine Zeit von 11:39:35 Stunden. Damit verfehlte sie ihr Maximalziel von 11:30 Stunden, dennoch war Nowak vollauf zufrieden. "Es war ein supercooles Event mit Spitzenorganisation", sagte sie. In ihrer Altersklasse W50 belegte sie den siebten Platz. Dabei wurde Nowak in ihrer ersten Runde auch von Sebastian Kienle überrundet, der bei den Männern in einer Zeit von 7:46:23 Stunden gewann.

Quelle: Volksstimme vom 05.07.2018

"Ein Gefühl wie bei der Tour de France"

Stefanie Nowak von der Gaensefurther Sportbewegung hat bei der traditionellen Challenge Roth den Wettkampf ihres Lebens und erstmals einen Triathlon über die Langdistanz absolviert. Einmal im Jahr herrscht in Roth Festtagsstimmung. Das sonst eher beschauliche Städtchen in Mittelfranken mit etwa 25 000 Einwohnern verwandelt sich dann in ein Mekka für Extremsportler. Einer der traditionsreichsten Triathlon- Wettkämpfe der Welt auf der Langdistanz fi ndet jedes Jahr in Bayern statt. Auch die 35. Aufl age hatte in diesem Jahr über 4 500 positiv Verrückte aus 76 Nationen angelockt, die 3,8 Kilometer durch den Main- Donau-Kanal schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und danach noch einen Marathon absolvieren wollten. Mit dabei war auch die Eggersdorferin Stefanie Nowak, die für die Gaensefurther Sportbewegung startet.

Ja, sie ist ins Ziel gekommen. Die Zahlen, die am Ende auf ihre Urkunde gedruckt wurden, lasen sich erst einmal nüchtern. 11:39:35 Stunden war ihre Endzeit, das machte den 114. Platz. 1:20:06 Stunden hat sie für das Schwimmen gebraucht, 6:06:11 Stunden auf dem Rad und 4:05 Stunden auf der 42,195 Kilometer langen Laufstrecke. Doch all die Arbeit, all den Fleiß, all den Schweiß, der in diesen nüchternen Zahlen steckt, drücken diese Ziffern nicht aus. Nein, Stefanie Nowak kann das gar nicht beschreiben. „Das ist nicht mit einem Wort zu beschreiben“, sagt sie. Jubel und Schweiß. Gänsehaut und Tränen. Ehrfurcht, Höhenflüge, geballte Fäuste, enttäuschte und geknickte Gesichter, durchflutende Emotionen, die die Sportler zu Höchstleistungen anspornen. All das war da. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt war auch Stefanie Nowak, wobei die positiven Emotionen eindeutig überwogen haben bei ihrem ersten Triathlon auf Langdistanz. „Ich hatte mir dieses Rennen bewusst ausgesucht. Da herrscht die beste Stimmung, das pusht. So ein Wettkampf ist in Deutschland einmalig.“ Mehr als 250 000 Zuschauer standen Spalier, um auch die Eggersdorferin ins Ziel zu brüllen. Das war dann doch „Wahnsinn“, wie Nowak sagt.

Doch wie verlief ihr Wettkampf? Eigentlich ganz gut. Seit Januar hatte sich die 50-Jährige, die vom Laufen kommt, auf den Triathlon in Roth vorbereitet. Der Schwerpunkt lag auf dem Radtraining. „Denn solche Distanzen beim Radfahren und Schwimmen habe ich noch nie absolviert.“ Den Kraulstil beim Schwimmen hatte sie zudem erst vor drei Jahren erlernt. Schon die ersten beiden Disziplinen waren also echte Herausforderungen. Nachdem Nowak um 3.30 Uhr aufgestanden war, um 4 Uhr gefrühstückt hatte und um 7.05 Uhr am Start stand, stieg sie bei 11 Grad Lufttemperatur in das 19 Grad kalte Wasser. „Meine Füße waren blau vor Kälte“, sagt sie später. Nach 1:20 Stunden stieg sie aus dem Wasser. „Das lief besser als gedacht.“

Fast schon entspannt ging es dann bei den beiden Radrunden zu. „Das lief sehr gut. Ich hatte da bewusst Maß gehalten, weil ich ja wusste, dass danach noch ein Marathon gelaufen werden muss.“ Dafür war die Stimmung umso prächtiger. Allein am Solarer Berg feuerten über 100 000 Zuschauer die Triathleten an. „Das war ein Gefühl wie bei der WM oder der Tour de France.“ Nach knapp über sechs Stunden stieg sie vom Rad und wechselte auf die Laufstrecke.

Doch der Marathon wurde zur Problemdisziplin. Und das hatte allein körperliche Gründe. „Ich war zügig losgelaufen, hatte aber schon nach fünf Kilometern Bauchschmerzen und Darmprobleme“, seufzt Nowak. Sehr wahrscheinlich wurden diese durch die Energie-Gels verursacht, die die GSB-Athletin unterwegs benutzen musste. Die sind ein Muss, weil der Körper freilich nicht über elf Stunden bei diesen Belastungen ohne Energiezufuhr auskommt. „Aber mein Magen und Darm waren daran nicht gewöhnt“, so Nowak. Insgesamt sieben Stopps auf dem Dixi-Klo musste sie einlegen. Beim Anstehen in den Schlangen verlor sie viel Zeit. „Insgesamt wohl so zehn bis 15 Minuten“, erzählt Nowak, die darin aber auch Positives fand. „So hatte ich auch ein paar Pausen. Und am Ende wurde es auch wieder besser.“

So lief Stefanie Nowak also beim Marathon mit hoch erhobenen Armen nach 4:05 Stunden ins Ziel, dabei leuchtete eine Gesamtzeit von 11:39:35 Stunden auf, mit der sie in ihrer Altersklasse den siebten Platz belegt hat. Ob sie Tränen in den Augen hatte beim Zieleinlauf? „Nein, ich bin nicht so der emotionale Typ.“ Und Stolz, hat sie diesen empfunden? „Naja, damit kann ich nicht so viel anfangen.“ Da spricht auch Bescheidenheit aus ihr. „Ich bin einfach froh, dass alles geklappt hat. Es kann ja so viel passieren. Meine Magen da ja pillepalle.“ Dann lacht sie. Es ist simpel: Stefanie Nowak ist erleichtert, dass sie ihren ersten Triathlon auf Langdistanz über die Bühne gebracht hat. Den Sieg holte sich Triathlon- Star Sebastian Kienle, den Nowak unterwegs dreimal getroff en hat: Beim Abholen der Startnummer und beim Check-in mit dem Rad sowie das zweite Mal mit dem Rad auf der Strecke, als Nowak von dem 34-Jährigen überrundet wurde. Kienle war schon auf der zweiten Runde, Nowak noch auf der ersten. „Das ist ja eine andere Welt“, sagt sie.

Knapp eine Woche ist der Wettkampf jetzt her. Vergangenen Montag kehrte sie aus Roth, wo sie von ihrem Mann begleitet und unterstützt wurde, wieder zurück. Nachdem sie schon drei Tage vor dem Wettkampf in der Nähe von Roth ein Hotelzimmer bezogen hatte. Wie es ihr jetzt geht? Was macht der Körper? „Ich habe Muskelkater, klar. Es ist aber nicht anders, als ob ich einen Marathon gelaufen wäre. Ich habe mit Schlimmeren gerechnet. Ich könnte schon wieder etwas machen.“ Körperlich ist sie schon wiederhergestellt, mental auch. „Ich habe schon Lust auf Weiteres.“

Es wird wohl nicht ihr letzter Triathlon auf Langdistanz gewesen sein. Stefanie Nowak hat Blut geleckt. Sport macht süchtig, Extremsport macht abhängig. „Es war toll“, fällt das Fazit aus. Für die Frau, die sonst nicht so der emotionale Typ ist, ist das ein Gefühlsausbruch. Davon will sie mehr. „Ich bin mit 50 Jahren in einem guten Alter.“ Viele brauchen zwei Jahre, um sich auf die körperliche Belastung vorzubereiten, Stefanie Nowak hat das in einem halben Jahr hinbekommen. Hut ab und wieder auf.

Quelle: Volksstimme vom 09.07.2018

Fotos: privat, Ondrej Calta (2), Patrick Bauer (8)




Letzte Änderung: 11.07.2018
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